Fortschritte gegen Lebensmittelverluste in der Schweiz
- laura1cortesi
- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Der Zwischenstandsbericht 2025 des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zum Monitoring der Lebensmittelverluste zeigt erste messbare Erfolge, bleibt jedoch deutlich hinter dem Ziel einer Halbierung bis 2030 zurück.Seit 2017 sank die Menge der Lebensmittelverluste pro Person von 330 auf 310 Kilogramm, was einer Reduktion von rund 5 % entspricht. Damit ist zwar ein positiver Trend erkennbar, das bisherige Tempo reicht jedoch nicht aus, um die nationalen und internationalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Aktueller Fortschritt entlang der Wertschöpfungskette
Der Bericht analysiert Daten aus dem Zeitraum 2017 bis 2024 entlang der gesamten Wertschöpfungskette:
Detailhandel: Reduktion der Verlustrate um rund 20 % (Unsicherheitsbereich: 14–25 %).
Gastronomie: Vorreiterbetriebe konnten Verluste um bis zu 50 % senken, während der Branchendurchschnitt lediglich bei 4–14 % liegt.
Haushalte: Geschätzte Reduktion von 13 %, jedoch ohne klaren Trend aufgrund punktueller und uneinheitlicher Messungen.
Landwirtschaft und Verarbeitung: Für diese Bereiche fehlen bislang repräsentative und flächendeckende Daten, was gezielte Steuerungsmaßnahmen erschwert.
Sektorale Entwicklungen im Überblick
Detailhandel: Erfolge wurden insbesondere durch das Einfrieren von Fleisch, verbesserte Sortimentssteuerung sowie sektorübergreifende Kooperationen erzielt.
Gastronomie: Einzelne Betriebe konnten die Verluste pro Mahlzeit halbieren. Die Breitenwirkung bleibt jedoch gering, da bislang nur rund 5–7 % der Betriebe entsprechende Maßnahmen konsequent umsetzen.
Verarbeitung: Einzelne Unternehmen reduzierten ihre Verlustraten von rund 7 % deutlich. Aufgrund des geringen Marktanteils lassen sich daraus jedoch noch keine branchenweiten Aussagen ableiten.
Haushalte: Sie verursachen die höchste Umweltbelastung, da Lebensmittel hier besonders spät in der Kette verloren gehen. Internationale Studien zeigen, dass Sensibilisierungsmaßnahmen in diesem Bereich ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.
Umwelt- und Klimawirkung von Lebensmittelverlusten
Den größten Beitrag zur Umweltbelastung leisten:
Fleischprodukte (25 %),
Milchprodukte (18 %),
Gemüse (12 %).
Die Vermeidung von Lebensmittelverlusten könnte pro Person und Jahr rund 1,1 Millionen Umweltbelastungspunkte (UBP) bzw. etwa 450 kg CO₂-Äquivalente einsparen.Haushalte tragen dabei besonders stark zur Gesamtbelastung bei, da hier bereits investierte Ressourcen wie Energie, Transport und Verarbeitung verloren gehen. Nachgelagerte Verwertungswege (z. B. als Futtermittel) können diesen Effekt nur begrenzt abmildern und erreichen lediglich rund 12 % des potenziellen Nutzens.
Digitalisierung als Schlüssel zur Verlustvermeidung
Digitale Lösungen spielen eine zentrale Rolle bei der Reduktion von Lebensmittelverlusten. Sie verbessern Transparenz, Planung und Entscheidungsfindung in Echtzeit entlang der gesamten Lieferkette.Mithilfe von Datenanalysen, Prognosemodellen und digitalen Anwendungen lassen sich Überproduktion, Fehlbestellungen und Verderb frühzeitig erkennen und vermeiden.
Zentrale Mechanismen der Digitalisierung
Datenkorrelation und Prognosen ermöglichen präzisere Absatzvorhersagen und automatisierte Warnsysteme für Haltbarkeiten.
Digitale Plattformen vernetzen Produzent:innen, Handel und Abnehmer, optimieren Bestell- und Logistikprozesse und reduzieren manuelle Fehler.
Monitoring-Tools wie Waste-Tracker erfassen Verluste systematisch und schaffen eine belastbare Grundlage für gezielte Gegenmaßnahmen.
Praxisbeispiel: Die Beyeli-App
Die Beyeli-App digitalisiert die Vermarktung von Hofläden und regionalen Produzent:innen und trägt so konkret zur Reduktion von Lebensmittelverlusten bei:
Vorbestellungen für eine bedarfsgerechte Produktionsplanung: Planbare Nachfrage verhindert Überproduktion und ermöglicht eine präzise Mengensteuerung.
Reduktion von Lagerverlusten durch Haltbarkeitswarnungen: Echtzeit-Überwachung mit automatischen Benachrichtigungen minimiert Verderb.
Echtzeit-Bestandsübersicht: Transparente Lageransichten mit Mindestmengen- und Abverkaufswarnungen ermöglichen proaktives Handeln.
Flexible Abhol- und Lieferplanung: Angepasste Zeitfenster reduzieren Transportverluste und Überbestände bei Hofläden und Händlern.
Automatisierte Bestell- und Kommunikationsprozesse: Weniger manuelle Fehler und eine direkte Vernetzung aller Beteiligten sorgen für effizientere Warenflüsse.
Stärkung der regionalen Wertschöpfung: Kürzere Lieferketten erhalten die Frische der Produkte und senken Verlustrisiken durch lange Lagerzeiten.
Viele dieser Funktionen adressieren gezielt Verluste in Produktion, Handel und Verarbeitung. Auf Basis bestehender Schätzungen sind dadurch Reduktionen von bis zu 20 % realistisch.
Fazit
Lebensmittelverluste lassen sich wirksam reduzieren – insbesondere dann, wenn Digitalisierung, Kooperation und praxisnahe Lösungen zusammenspielen.Helfen auch Sie mit, Lebensmittelverluste zu reduzieren und Ihre Lieferkette zukunftsfähig zu digitalisieren.Wir unterstützen Sie dabei gerne.
Blogbeitrag: Fortschritte gegen Lebensmittelverluste in der Schweiz

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